Stefan Zöllner

transnature

Objekt- und Videoinstallation
im Gartenpavillon im Malkastenpark
vom 16. März bis 24. April 2016

Eröffnung am Dienstag, 15. März 2016 um 19 Uhr

Öffnungszeiten Mittwoch bis Sonntag von 10 - 18 Uhr
und nach telefonischer Vereinbarung unter 0211-35 64 71

Stefan Zöllner, Ausstellung im Künstlerverein Malkasten

Foto: Stefan Zöllner

Der Aufbau von transnature im Gartenpavillon im Malkastenpark verweist auf das folgenschwere Doppelspaltexperiment der Quantenphysik und lässt gleichzeitig an die Vorläufer des Kinos denken: Guckkasten, Laterna Magica und Camera Obscura. Die großzügigen Glasflächen des Gartenpavillons, die einen von außen gut einsehbaren Ausstellungsraum bilden, werden bis auf zwei senkrechte Schlitze geschwärzt. Stefan Zöllner thematisiert den Vorgang des Sehens.

Er verbannt den Betrachter nach außen und läd ihn zu einer intimen Peepshow ein. Das Gehirn als das eigentliche Organ des Sehens befindet sich im stockfinsteren Innenraum des Schädels. Das Gesehene dringt nicht als Licht in den Kopf. Das Gehirn interpretiert lediglich elektrische Reize und generiert somit erst das Bild. Dabei bleibt die Frage offen, was denn eigentlich das Bewusstsein ist, in dem das Bild sich widerspiegelt. Wo ist die Grenze zwischen Innen und Außen? Und: Wer ist der Beobachter? Die Quantenmechanik jedenfalls kam an der Schlußfolgerung nicht vorbei, dass der Beobachter das zu Messende durch den Akt der Messung erst erschafft (Kollaps der Wellenfunktion): Die gute alte Materie hat immaterielle Eigenschaften.

So versteht Stefan Zöllner unter Natur auch nicht nur das romantische Idyll einer heilen Welt. Er sammelt in Massen angeschwemmten Plastikmüll in einem „Naturschutzgebiet" am Rhein und transformiert diesen Rohstoff, der letztendlich aus den Körpern unzähliger Lebewesen gewonnen wurde, mit wenigen gezielten Eingriffen zu Objekten, die optionale Lebensformen sein könnten. Diese poetische Mimesis wird in eine fließende, stetige Bewegung gebracht. Natur und Konstrukt gehen wie selbstverständlich ineinander über. Das individuelle Artefakt wird darin zum Kristallisationspunkt in einem Möglichkeitsraum. Oder zur Schlacke eines dynamischen Vorgangs. Im Dazwischen, in der Transition, besteht das Eigentliche. Evolution des Lebens, (R)evolution der Technik. Alles ist möglich, außer: Stillstand ...

Stefan Zöllner studierte Philosophie an der Universität des Saarlandes und Freie Kunst an der Kunstakademie Düsseldorf. Er lebt und arbeitet in Köln und Düsseldorf.

Mit freundlicher Unterstützung der Landeshauptstadt Düsseldorf

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