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Max Frintrop

Aragena

Rotunde im Künstlerverein Malkasten
vom 4. Mai bis 3. Juli 2011

Max frintrop aragena 2

Max Frintrop, Aragena

Publikation zur Ausstellung:
Max Frintrop Aragena, 2011, 8 Seiten, DIN A5, Auflage: 250 Stk.
3 Euro plus Versand, Bestellung per email unter info@max-frintrop.de

www.max-frintrop.de

Max frintrop aragena 1

Max Frintrop, Aragena

Zur Ausstellung „Aragena” von Max Frintrop im Düsseldorfer Künstlerverein Malkasten.

Malerei und Bildhauerei liegen bei Frintrop nah beieinander. In der Ausstellung „Aragena” präsentiert er auch eines dieser Werke auf Leinwand. Expressiv und gestisch werden Farbschichten aufgetragen. Zwei Medien werden zusammengeführt. Holzstäbe, die aus der Leinwand hervortreten, fügen sich zu einer geometrischen Formgebung. Sie werden auf der Leinwand arrangiert und bemalt.

Die Werkstoffe treten in den Hintergrund, alles ist der Malerei untergeordnet. Der Ausbau von geometrischer Form wird ins Extreme gereizt. Das Bild droht zu kippen, ist in der Vollendung jedoch perfekt austariert. Die Energie des gestischen Duktus bleibt bestehen.

In der Mitte des Raumes unter der Kuppel des Treppenhauses fügt Frintrop Holzstangen mit Gewebeband zu einer schwarz lackierten Installation zusammen. In der Formvollendung ergeben sich zwei ineinander greifende Kuben, horizontal aufsteigend der Rotundendecke entgegen, sich in das Treppenhaus fügend und zeitgleich von der umliegenden Kreisform der Treppen abstoßend.

Eine schwebend, statisch geladene Fiktion. Das Konstrukt steht im Bezug zum Raum, greift aktiv und radikal in dessen Konzept, so filigran es wirken mag. Der Raum wird penetriert, das Treppenhaus durchdrungen und eine neue Verbindungsebene kreiert.

Die Installation hat konstruktivistische Tendenzen und es entsteht ein überirdischwissenschaftlicher Moment, ähnlich denen bei Tatlins technisch-architektonischen Objekten. Quadrate sind verknüpft zu Kuben und diese wiederum ineinander verschachtelt wie ein Tesserakt, die Darstellung des vierdimensionalen Würfels im drei-dimensionalem Raum. Doch gleichzeitig vermag man „dodekaedrische und ikosaedrische Häuser mit dem First nach unten“ zu erkennen, wie in Stanislaw Lems Erzählung „Der Weiße Tod“ beschrieben, auf die der Ausstellungstitel „Aragena“ Bezug nimmt. Lem erzählt weiter von „ flaumigem, feuchten, weißen Schimmel”, der sich auf dem Planeten Aragena ausbreitet und eine Zivilisation von Kristallwesen vernichtet.

Zur Eröffnung hüllt Frintrop seine Installation in weißen Nebel. Der Nebel schafft eine neue Tiefe, unterstreicht den zeichnerischen Charakter der Installation und verbindet diese noch stärker mit den Hintergründen. Frintrop benutzt durch Trockeneis gekühlten Bodennebel der sich erst nach und nach im Raum verteilt, so dass der Eindruck des „Befalls“ nachvollziehbarer, und seine Installation zum Vanitas einer untergegangenen Zivilisation wird. Trotz all dieser Bezüge auf Lem schafft es Frintrop, dass seine Ausstellung nicht zur Illustration wird, sondern zwischen formaler und von Sciencefiction inspirierter Ästhetik oszilliert.

Jan Kaps, Düsseldorf 2011


Max Frintrop, Ausstellung im Künstlerverein Malkasten

Motiv: Einladungskarte


Ausstellung mit freundlicher Unterstützung der Landeshauptstadt Düsseldorf