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Aktivitäten

Aktivitäten des Malkasten Archivs

Die Beteiligung an verschiedenen Ausstellungsvorhaben ermöglichte es in den vergangenen Jahren, Ergebnisse bereits geleisteter Bestandsaufnahme aus Teilbereichen der Bildsammlung sukzessive zu veröffentlichen.

Dabei erwies sich die Zusammenarbeit mit dem Bonner Stadtmuseum als besonders kooperativ, da in Zusammenhang mit Ausstellungen im Bonner Ernst-Moritz-Arndt-Haus Ergebnisse erster Inventarisierungsmaßnahmen in die jeweiligen Kataloge integriert werden konnten.

Archiv und Sammlung des KVM waren intensiv an dem Projekt «Lexikon der Düsseldorfer Malerschule» beteiligt, das sich als umfassende Abhandlung der Entwicklung der Düsseldorfer Malerschule versteht und den aktuellen Kenntnisstand zu mehr als 1.000 Künstlern in ausführlichen biographischen Beiträgen zusammenfaßt. Da der größte Teil der hier vorgestellten Maler auch zur Mitgliedschaft des ‘Malkasten’ zählte, ergänzen nicht nur zahlreiche Informationen zu Leben und Werk aus dem Schriftgut des Vereinsarchivs die einzelnen Beiträge, sondern es wurden auch Werke der Bildsammlung als Vorlagen für den Abbildungsteil des Lexikons genutzt. Die Biographien weiterer 1.000 Künstler konnten trotz der z.T. spärlichen Quellenlage vor allem auch Dank der Dokumente im Archiv des KVM in einem gesonderten Anhang des dreibändigen Lexikons aufgeführt werden.

Erste Forschungsergebnisse aus den bereits bearbeiteten Bereichen der Bildsammlung ermöglichten eine Beteiligung des Vereins an dem Ausstellungsvorhaben des Düsseldorfer Kunstmuseums, das den prominentesten Düsseldorfer Landschaftsmalern Andreas und Oswald Achenbach gewidmet ist (1997). Gezeigt wurde u.a. ein seltenes Selbstportrait des jungen Andreas Achenbach aus dem Jahre 1837, das zu den reizvollsten Bildnissen im Besitz des ‘Malkasten’ zählt. Es dokumentiert einen Wendepunkt im Leben des jungen Künstlers, der gerade im Jahr zuvor aus Protest gegen die Lehrmethoden des Wilhelm von Schadow die Kunstakademie in Düsseldorf verlassen hatte.

Ein weit über Düsseldorfer Kunst und Kultur hinausgehendes Thema behandelte eine Ausstellung im Berliner Historischen Museum (1997), die die vielseitigen Beziehungen zwischen Skandinavien und Deutschland in den Jahren 1800 bis 1914 als «Wahlverwandtschaften» bezeichnet und neben biographischen Dokumenten zu skandinavischen Künstlern aus dem Besitz des KVM eine Karikatur zeigte, die als ironische Anspielung auf das Verhältnis von Lehrern und Schülern der Düsseldorfer Akademie in den 40er Jahren des vergangenen Jahrhunderts aufzufassen ist.

Hatten sich die öffentlichkeitswirksamen Aktivitäten von Archiv und Sammlung des KVM in den vergangenen Jahren in erster Linie auf Themen zur Geschichte des Vereins und seiner Mitglieder bezogen, so besteht heute nach wie vor das Anliegen, die augenblickliche Entwicklung des Vereins sowie Leben und Werk zeitgenössischer Künstlermitglieder in Schrift- und Bildquellen zu erfassen. Die ständige Erweiterung von Archiv und Sammlung durch aktuelle Informationen gehört zwar im Vergleich zu Ausstellungsbeteiligungen und Publikationen zu den wenig spektakulären Aufgabenbereichen, doch möchte sich gerade diese Zielsetzung in die Tradition der Bestrebungen jener Personen stellen, ohne deren kontinuierliche Sammlungstätigkeit es heute kaum möglich wäre, das breite Spektrum der über 150jährigen ‘Malkasten’-Geschichte zu dokumentieren.